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Carl Ischer
© Evangelische Brüder-Unität
Herrnhuter Brüdergemeine

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  Schächten

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Schächten / Schechita

Warum wird überhaupt geschächtet?

Grund sind religiöse Vorgaben. Schächten wird hauptsächlich in der jüdischen Tradition und im Islam gepflegt. Dabei gibt aber die Tora und der Koran hierzu keinerlei Vorschriften.

    Ich will Fleisch essen -, weil es dich gelüstet, Fleisch zu essen, so iss Fleisch ganz nach Herzenslust. Ist aber die Stätte fern von dir, die der HERR, dein Gott, erwählt hat, dass er seinen Namen daselbst wohnen lasse, so schlachte von deinen Rindern oder Schafen, die dir der HERR gegeben hat, wie ich dir geboten habe, und iss es in deiner Stadt ganz nach Herzenslust. &xnbsp;So wie man Reh oder Hirsch isst, darfst du es essen; der Reine wie der Unreine dürfen's beide essen. Allein achte darauf, dass du das Blut nicht isst; denn das Blut ist das Leben; darum sollst du nicht zugleich mit dem Fleisch das Leben essen, sondern du sollst das Blut auf die Erde gießen wie Wasser und sollst es nicht essen, auf dass dir's wohlgehe und deinen Kindern nach dir, weil du getan hast, was recht ist vor dem HERRN.
    (5. Mose 12, aus 20 und 21 bis 25)

Erst im Talmud Traktat Chullin wird die Profanschlachtung, also das Schächten als Speisevorschrift (Kaschrut) angeführt und erläutert. Diese Art der Schlachtung ist aber nicht in der Tora verankert.

    Verboten ist euch (der Genuß von) Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber ein anderer (Name) als Allah(s) angerufen worden ist, und (der Genuß von) Ersticktem, Erschlagenem, zu Tode Gestürztem oder Gestoßenem, und was von einem wilden Tier gerissen worden ist außer dem, was ihr schlachtet und (verboten ist euch,) was auf einem Opferstein geschlachtet worden ist, und mit Pfeilen zu losen. Das ist Frevel.
    (aus Sure 5, 3)

Auch im Islam ist das Schächten mehr in der Tradition zu suchen, als im Koran. In beiden Fällen kann man ein Betäubungsverbot vor der Schächtung nicht zwingend herleiten. Allerdings darf das Tier nicht vor dem Schächten tot sein, weil man meint, dass ansonsten das Tier nicht richtig ausbluten würde. Auch das spritzen einer Substanz würde das Tier verunreinigen. Die Betäubung müsste also anders erfolgen als es in Deutschland üblich ist, denn das Bolzen-Schussgerät tötet das Tier ja bereits und betäubt es nicht.

Soweit zur religiösen Grundlage.

 

Gedanken zum Schächten

Schächten ist grausam!!

Fakt ist, dass Tiere nach Betäubung besser ausbluten als geschächtete Tiere. Durch das Schächten verkrampft das Tier und hält so unvermittelt Blut zurück. Diese Tatsache lässt sich wissenschaftlich nachweisen und widerspricht daher der Schächtung in allen Punkten!

Jeder hat sich bestimmt schon mal ernsthaft geschnitten und die Schmerzen dabei erfahren.

Auch Tiere empfinden Schmerzen!

Was passiert nun beim Schächten?

Die Tiere bekommen mit einem schnellen sehr schmerzhaften Schnitt durch die Unterseite des Halses die Kehle, die Halsschlagader und den Nervus vagus durchtrennt. Dabei soll angeblich ein schneller Tot eintreten. Leider ist dem nicht so, denn die Gehirnzellen arbeiten nach dem Schnitt noch ca. 8 Minuten.

Das Tier wird vor dieser grausamen Hinrichtungsmethode an den Füßen zusammen gebunden. Diese abnormale Körperhaltung führt zur Abwehr und Fluchtreaktionen des Tieres. Es spürt deutlich, was es erwartet. Nun erfasst der Schächter das Tier am Hals. Das Tier versucht sich aus dieser Lage durch wegdrehen zu befreien. Nun erfolgt der oben beschriebene Schnitt quer durch die Halsunterseite. Nach dem Schnitt spritzt das Blut mit großer Wucht aus der Wunde. Bedingt durch den enormen Schmerz verkrampft das Tier am ganzen Körper., denn die Nerven, welche das Schmerzempfinden zum Gehirn leiten sind nicht in der Unterseite des Halses zu finden, sondern verlaufen durch die Wirbelsäule im Spinalkanal. Folglich empfindet das Tier während des Todeskampfes bis zuletzt Schmerzen. Die Muskeln sterben langsam ab und die Nervenbahnen bringen diese Schmerzreize ins Gehirn. Durch die ums Leben kämpfenden Gehirnzellen werden starke Muskelreaktionen sichtbar. Es kann bei einem großen Tier bis zu 15 Minuten dauern, bis jegliche Reaktionen weg sind. Auch beim zwingend erforderlichen zweiten Schnitt, der wegen der Gerinnung des Blutes erforderlich ist, zeigen sich noch Schmerzreaktionen des Tieres. Erst wenn alle Gehirnzellen abgestorben sind, ist das Tier tot und empfindet nichts mehr. Dieser Todeskampf kann sich mitunter bis zu 15 Minuten hinziehen wobei die Tiere verzweifelt nach Luft ringen und schließlich am eigenem Blut ersticken.



Schächtung eines Rindes
Quelle:New Nigerian Politics

Einfach nur grausam!!!

Deshalb legt das deutsche Tierschutzgesetz fest, dass Schächten nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt wird. Ich halte dieses Tierschutzgesetz allerdings noch für zu inkonsequent.

Das Tierschutzgesetz hat hierzu eine eindeutige Aussage:

§ 4a Tierschutzgesetz
Quelle: http://bundesrecht.juris.de/tierschg/__4a.html
(1) Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs betäubt worden ist.
(2) Abweichend von Absatz 1 bedarf es keiner Betäubung, wenn
1. sie bei Notschlachtungen nach den gegebenen Umständen nicht möglich ist,
2. die zuständige Behörde eine Ausnahmegenehmigung für ein Schlachten ohne Betäubung (Schächten) erteilt hat; sie darf die Ausnahmegenehmigung nur insoweit erteilen, als es erforderlich ist, den Bedürfnissen von Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften im Geltungsbereich dieses Gesetzes zu entsprechen, denen zwingende Vorschriften ihrer Religionsgemeinschaft das Schächten vorschreiben oder den Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen oder
3. dies als Ausnahme durch Rechtsverordnung nach § 4b Nr. 3 bestimmt ist.

Warum es überhaupt Ausnahmegenehmigungen geben muss erschließt sich mir überhaupt nicht. Wenn ich nur Fleisch von zu Tode gequälten Tieren essen will, dann muss ich dorthin ziehen wo dies erlaubt ist, oder aber auf Fleisch generell verzichten. Hier sollte unser Gesetzgeber endlich konsequent das schächten generell verbieten!

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